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Sexuelle Gesundheit

Ist der Tabak toxisch für die Sexualität? Ja, er wirkt sogar wie ein Anti-Viagra!

Die schädlichen Wirkungen des Tabaks auf das Herz-Kreislauf-System sind wohlbekannt. Rauchen schadet den Arterien, vor allem denjenigen, die das Herz und das Gehirn versorgen; so wird das Risiko für einen Herzinfarkt und Gefässkrankheiten erhöht. Ebenso schadet Rauchen den Arterien des Penis und der Vagina.

Wenn Sie oder Ihr(e) PartnerIn rauchen, ist es eine gute Idee, mit Rauchen aufzuhören, denn so finden Sie sehr schnell ein besseres Sexualleben wieder!




Physiologie
Die Blutgefässe, die das männliche Glied versorgen, erlauben eine Erektion dank einer Blutansammlung in den Schwammgeweben des Penis. Wenn diese Arterien sich verstopfen, werden die Gewebe nicht mehr optimal mit Blut versorgt und Störungen können auftreten. Ein Verlust von 25% des Blutflusses kann die Qualität der Erektion schon beeinflussen, während es für die Herzkranzarterien im Allgemeinen eine Reduktion von mehr als 50% braucht, bis sich die Koronaropathie klinisch manifestiert, z.B. als Angina pectoris. Gemäss der aktuellen Fachliteratur werden Erektionsstörungen unabhängig vom Alter als Hinweise und Warnsignale auf einen bevorstehenden Herzkreislauf-Vorfall ausgelegt. Uebrigens wirken die meistgebrauchten Medikamente gegen Erektionsstörungen, die IPDE-5 (Viagra®, Cialis®, Levitra®), so, dass sie einen besseren Blutfluss ermöglichen, was die Wichtigkeit einer guten Gefässbildung als Hauptfaktor für eine gute sexuelle Stimulierung unterstreicht. Bei Frauen kann ein Gefässvorfall auch eine genügende Erregung verhindern, dies zeigt sich z.B. durch eine trockene Vagina.

Auszug aus einem Artikel von Dr. Christian Rollini, Spez. Psychiater Psychotherapeut FMH, Departement für Psychiatrie, Genève.

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Fruchtbarkeit
Ein rauchender Mann wird eine Abnahme seiner Fruchtbarkeit feststellen, weil die Spermazellen weniger fähig sind, sich an der Eizelle zu verankern. Ebenso ist bei einer Raucherin die Zeit, um schwanger zu werden, verdoppelt.

Quelle: Dr. Catherine Solano - médecin sexologue, Auszüge aus einem Artikel, der am 17. Februar 2008 in der Tribune de Genève erschienen ist.



Erektion

Der Tabakkonsum ist sehr schädlich für die Erektion. Er vermindert die Erektionen, auch wenn man wenig raucht und jung ist. Tatsächtlich erhöht Rauchen den Anteil an Kohlenmonoxyd im Blut. Dieses Gas hat einen arterienverengenden Effekt, d.h. deren Durchmesser wird kleiner und der Blutfluss geringer. Bei einem geringeren Blutfluss ist die Erektion schwieriger. So genügt eine einzige Zigarette, um sie zu verringern. Ein Mann, der mit Rauchen aufhört, wird feststellen, dass seine Erektion in 2 bis 3 Tagen um einiges besser wird! Andererseits schädigt der Tabak die Arterien zunehmend, indem die Anzahl und Dicke der Atherome zunimmt. Erektionsstörungen treten oft ungefähr 2 Jahre vor einem Infarkt auf, weil die Penisarterien empfindlicher sind als die Herzarterien.

Quelle: Dr. Catherine Solano - médecin sexologue, Auszüge aus einem Artikel, der am 17. Februar 2008 in der Tribune de Genève erschienen ist.




Weibliche Sexualität

Der Tabak stört auch die weibliche Sexualität, auch wenn dies weniger bekannt ist. Das im Zigarettenrauch enthaltene Kohlenmonoxyd lässt die weiblichen Genitalarterien schrumpfen, die für die Sekretproduktion zuständig sind. So haben auch sehr junge Raucherinnen eine schlechter funktionierende Erregung, was öfter eine trockene Vagina während des Geschlechtsverkehrs nach sich zieht. Bei einer Frau, die mit Rauchen aufgehört hat, wird sich dies sehr schnell wieder verbessern. Andererseits schadet das Rauchen wie bei Männern über die Jahre den Arterien und führt zu einer zunehmend trockeneren Vagina. Der Tabak führt auch zu einer um mehrere Jahre früheren Menopause, weil er einen anti-östrogenen Effekt hat.
Und es gibt Schlimmeres. Rauchen vermännlicht. Die weiblichen Sexualhormone sind nicht im Gleichgewicht, wenn der Körper mit Tabak vergiftet wird. Deswegen ist die Stimme von Raucherinnen tief; nicht wegen einer Ueberreizung der Stimmbänder, sondern wegen der Vermännlichung, einer Erhöhung der männlichen Hormone. Diese Effekte auf die Sexualität können innerhalb von wenigen Tagen rückgängig gemacht werden!

Quelle: Dr Catherine Solano - médecin sexologue, extraits tirés d'un article paru dans la Tribune de Genève, le 17 février 2008


Dieses Dossier wurde von Dr. Christian Rollini - Chef de clinique à la Consultation de Gynécologie Psychosomatique et de Sexologie, Hôpital cantonal Universitaire de Genève (HUG) – zusammengestellt.
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 16. März 2010 um 09:28 Uhr