Pressemitteilung
Rauchstopphilfe:
Eine schweizer Webseite unter den Weltbesten
Eine amerikanische Studie hat mehr
als 200 Internetadressen zum Thema Rauchstopp untersucht.
www.stop-tabac.ch ist unter den 5 Besten und auch die
einzige europäische.
Genf, den 12. Mai 2004. Laut der letzten
Ausgabe der wissenschaftlichen Zeitschrift Nicotine &
Tobacco Research, zeichneten sich 5 von 200 Rauchstopp-Internetadressen,
durch ein hohes Niveau an Interaktivität, an Zugänglichkeit
und an wissenschaftlicher Aussagekraft, aus. Drei davon
stammen aus den Vereinigen Staaten, eine aus Kanada und
eine aus der Schweiz. Dabei handelt es sich um www.stop-tabac.ch,
die durch die Kantonalen Genfer Behörden (DASS),
die Bundesgesundheitsbehörden (BAG) und die Schweizer
Krebsliga, finanzierte wird. Für die Verwaltung ist
ein kleines Team des Instituts für soziale und präventive
Medizin der Genfer Universität zuständig.
Amerikanische Wissenschaftler der renommierten Brown University
von Providence (Rhode Island) haben alle Internetadressen
zum Thema Rauchstopp untersucht. Nach Dr. Beth
Bock, die die Forschungsarbeit leitete, wurden 202 Webseiten
gefunden. Drei Viertel wurden sofort aus der Studie ausgeschlossen,
weil sie keine konkrete Rauchstopphilfe anboten (es handelte
sich dabei häufig um anderswo gesammelte und zusammengestellte
Informationen, um Linkssammlungen oder um Shops die für
ihre Produkte warben).
Die restlichen 46 Webseiten wurden anhand
von Checklisten nach der Informationsmenge sowie der Quantität
und Qualität der Ratschläge bewertet. Die Wertung
lief nach einem Punktesystem. Bei jedem Fehler, jeder
Ungenauigkeit oder jeder Auslassung wurden Punkte abgezogen.
Punkte wurden bei Benutzerfreundlichkeit (Architektur,
graphischer Styl, Navigation), bei Interaktivität
und bei der Personalisierung der Ratschläge die im
Idealfall auf das Profil des jeweiligen Benutzers zugeschnitten
waren, vergeben.
Die Wissenschaftler kamen zum Schluss,
dass es nur relativ wenig wirklich hilfreiche Webseiten
zur Raucherentwöhnung gibt.
Beth Bock schreibt: "Unsere große
Sorge ist, dass nur eine kleine Minderheit der Webseiten
die Möglichkeiten des Internets, insbesondere im
Bereich der Interaktivität, voll ausschöpft."
"Nur 11 Prozent der Internetauftritte bieten ein
personalisiertes interaktives System an, welches die Raucher
bei ihrem Rauchstoppversuch begleitet, obwohl dies eines
der Hauptvorteile des Internets gegenüber Büchern
oder traditionellen Broschüren, ist."
Dr. Bock und ihre Kollegen haben schließlich darauf
verzichtet, eine Hitparade aufzustellen und haben die
fünf vollständigsten Webseiten angegeben:
-
Canadian Cancer Society - Tobacco www.Cancer.ca/tobacco
- QuitNet www.Quitnet.com
- American Lung Assocation www.lungusa.org/tobacco
- Your Online Smoking Cessation Advisor www.stop-tabac.ch
- Arizona Smokers' Helpline www.ashline.org
Dieses Ergebnis ist für die schweizer Webseite um so bemerkenswerter,
weil die Studie nur die englischsprachigen Seiten berücksichtigt.
Dabei besteht die englische Version von www.stop-tabac.ch,
wie auch die deutsche, italienische, spanische, dänische,
georgische, serbokroatische und chinesische aus weit weniger
Seiten als die französische. (Französisch ist die Arbeitssprache
des Teams, sowie die Sprache der meisten Besucher).
Laut Jean-Francois Etter, dem Verantwortlichen
der Webseite (siehe unten): „die Tatsache, dass der größte
Teil der Webseite in mehreren Sprachen verfügbar ist,
hat zu unseren Gunsten gespielt“. Den Hauptgrund für die
gute Wertung sieht der Tabakologe im „Expertensystem“,
das auf stop-tabac entwickelt wurde und als solches weltweit
einzigartig ist. Dabei handelt es sich um einen Online-Fragebogen,
den man während der Rauchentwöhnung oder auch in den Folgemonaten
mehrmals ausfüllen kann. Darauf erhält man jedes
Mal eine durch den Computer automatisch generierte, personalisierte
Auswertung, die einem präzise Ratschläge für den Verlauf
der Rauchentwöhnung gibt. Nach Dr. Etter ist es diese
Interaktivität, kombiniert mit dem durch ein Team
von Wissenschaftlern strikt kontrollierten Inhalt, der
das Fundament des Erfolgs darstellt.
Zusatzinformationen
Das Internet eignet sich eher um Ratschläge
zur Lebensqualität und zur Prävention zu geben, als
Krankheiten zu behandeln. Um den Tabakkonsum, die häufigste
vermeidbare Todesursache der Welt (2003 starben etwa 5
Millionen an den Folgen des Tabakkonsums und bis 2020
könnte sich diese Zahl verdoppeln) zu reduzieren,
können über das Internet viele Menschen gratis und anonym
beraten werden.
Ein großer Teil der Arbeit des
Stop-tabac-Teams besteht darin, die Besucher zu informieren
und sie in ihrer Rauchstoppmotivation zu bestärken. Oft
gehen beide Sachen Hand in Hand: oft werden Krankheiten
und menschliche Dramen erst dann ernst genommen, wenn
ein Familienmitglied erkrankt oder stirbt (siehe unsere
Rubrik "Beiträge"), und in diesem Moment
entscheiden einige mit dem Rauchen aufzuhören. So wurden
im April 2004 auf Anfrage der Benützer Fotos von
schwarzen und/oder krebskranken Organen auf die Webseite
gestellt. Tatsächlich brauchen bestimmte Menschen solche
Schockbilder um die genügende Motivation zu finden,
während andere empfänglicher für den Informations-
und Erfahrungsaustausch sind und regelmäßig die "Chat"
und "Forum" Seiten besuchen.
Die Entwicklung von www.stop-tabac.ch,
unterstützt von der Kantonalen Genfer Behörde (DASS –
Département de l’acion sociale et de la santé) und die
Bundesgesundheitsbehörden (BAG), sowie die Schweizer
Krebsliga, wird fortgesetzt. Die derzeitigen Forschungsarbeiten
beziehen sich auf eine bessere Anwendung zum Rauchstopp
von Nikotinersatzprodukten, wie Pflaster, Kaugummi und
Tabletten.
Das Team von stop-tabac.ch
Dr. Jean-François Etter (Konzeption und wissenschaftliche
Leitung) Tel. 022 379 59 19
Hr.Vincent Baujard (Konzeption, Programmierung und technische
Unterstützung)
Fr. Evelyne Laszlo (Entwicklung, Redaktion, Beantworten
von Fragen)
Hr. Derek Christie (Entwicklung, Redaktion, statistische
Analysen)
Quelle: Beth C. Bock, Amanda L. Graham, Christopher N.
Sciamanna et al.
Nicotine & Tobacco Research, Volume 6, Number 2/April 2004
www.tandf.co.uk/journals/titles/14622203.asp
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